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Aus Wexxel erreicht uns ein

Traktatum der Imagomanterey


Von den wandelnden Wesen und deren Spiegelümmeligkeiten doppelseitiger Art aus dem Lande Mûr gelegen auf tikonischem Boden.


Geschrieben, wiedergegeben, erforscht, herausgefunden, erlebt, geprüft von der Hand Ghileans, Gelehrter der Neutralität, Lehensverwalter des strahlenden erneuerten Wexxels, freie Oasenstadt in den weiten Kamelweiden Tikons, des Hauptbibliothekars des berühmten Großregals zu Wexxel, des einem Mitglieds im Beirat zur erneuerten Magierakademie von Tingen, des Mäzens Der Kinder der Nacht des Elysiums von Wexxel

Sich als erstes anzuschicken tut, die Natur und Herkunft der Imagomantie zu erklären, dieselbst auch mir nach zeitigen Nachforschungen noch weitgehend unbekannt bleibt. So doch sich erkennen läßt, daß die spiegelnde Zauberey weniger aus der Natur des Wesens als aus der Natur des Spiegels zu entspringen sich anschickt. Dies gilt insofern noch mehr, als es bisdato noch keinen Ausüber gegeben hat, der ohne des Spiegels tatkräftigen Rückwurfs alles Bildliche zu manipulieren gelungen wäre. Zumindest nicht in der erwählten Art und Weise, die hier untersucht werden möchte. Was also zu dem Verdacht anregt, die Imagomantie selbst sich nur erzaubern läßt, mitthülfs diverser Spiegel besonderer Machtart.

Mehrere Versuche, dergleichen Ergebnisse mit gewöhnlichen Spiegeln, silberbeschichteter Gläser oder polierter Oberflächen zu erlangen, zeigten nur wenig, oder genauer, gar keine vergleichbaren Resultates, als das eines entäuschten Gesichtes widerspiegelnder Wahrhaftigkeit. Was die Versuche auf den erlangten Spiegel meines Besitzes alsogar einschränkte. Dieser zeigte dem Betrachter gar wenig von Unterschiedlichkeit zu obigen Testobjekten, wurden doch die gleichen Bilder in gleicher Art dargestellt, wenngleich sich die Verzierung in weiter Weise davon abhob, aus dem bemerktern Grunde der besonderen Herkunft. Durch Beweise bestätigt und früheres Besitztum gefestigt, handelte es sich ebennämlich um einen Spiegel des Wandlervolkes aus Mûr, wofür die Verzierungen, für mich undeutlicher Art, wohl eine Bedeutung haben möchten.

Alsbald durch Beobachtung der vormaligen Halter desselben und eigenen Versuchsreihen erkannten Wirkung diesfür Bestätigung errungen ward, ohne jedoch noch genau Analysates berichten zu können. Es scheinet sich alsdar so zu begeben, daß nicht die Person, sondern ihr Wissen und über die besondere Bauart des zu besitzenden Spiegels die Auswirkungen umfänglicher Art festgelegt sind und sich innert dieser Grenzen bewegen wollen. Wobei hier noch angemerkt werde, daß für allfolgende Experimentbeschreibungen der einfachen Art es sich als äußerst wirkungsreich erweisen tut, den Spiegel durch Bedecken seiner Fähigkeiten zu verkonservieren. Sich als gleichgültig der Art des Bedecktums diese neutralisierendnützliche Art sich erwies und diese Methode hinfort als geeignete Lagerzuständlichkeit empfohlen ist. Denn, von nicht geringer Beachtlichkeit erreicht die Methode des Fremdbenutzens die Aufmerksamkeit, weil selbst bei eigenen Besitzens es anderen Personen mit anderen Spiegeln ermöglicht ist, diesen aus der Ferne in gewissen Maße ihres eigenen Spiegels zu gebrauchen. Dieswohl entgegen des momentanen Besitzer's Wünschen, weil es so scheint, daß die Bauart Verhinderung dieser Weise nicht zuläßt. Exeptionen sind naturgemäß gegeben, können jedoch nicht versucht werden, aufgrund des Vorliegens nur eines Exemplars von wohl nicht unumschränkter Anwendung, weswohl ebenjene Bedeckung angebracht scheint.

So also primum die Möglichkeit des Fremdnutzens andere Widerspiegeligkeiten angewendet sein kann, jedoch mit Beachtung der Fähigkeiten eben jenes eigenen Exemplarums. Es also möglich ist, die weitere Imagomanterey auf entfernte, aber vom Ort der Aufbewahrung bekannte Stücke zu übertragen, sofern keine Verhüllung derdortigen erfolgt oder anderweitig Hinderungen ergriffen wurden wollten. Die wohl nutzbringenste Tat der Imagomantie gleichauf folgt: Das Reisen von einem Ort zum anderen vermittels des Spiegels in nur einem Schritt. Wenn die richtige Verzierungen vorhanden, gefunden und aktiviert, es lediglich noch einen wohlgemuten Gedankens und Vorstellung des Ortes der Ankunft bedarf, um dort einzutreten. So nicht eine genaue Bildlichkeit im Kopfe existiert, es auch eine Art Suche der Umgebung des Ortes zu diesem Schritte befähigt, dies jedoch dank zahlreicher Wadis, Sandlöcher und anderer Unweglichkeiten, erinnert sei hier nur an den Magnetusmühlstein im LochTiefUnten der alten Akadamie zu Tingen (nachzulesen in den alten Chroniken aus den Überresten geretteter Schriftlichkeiten zu Tingen, Fundstabe IBN im Großregal zu Wexxel) oder das CERN zur Ruine Hohenkrähen (erkundbar garselbst dort oder Fundstabe NOnS im Großregal zu Wexxel), nicht empfohlen wird. Immerfort es jedoch beachtet sein möchte, daß höchsteigen der Spiegel den Reiseschritt mitgeleitet und zur Ankunft scheints am selben Orte zum Schreiter zu existieren will, es also keinerlei Konfligationen zum Rückschritte auftreten, was wohl als sehr nützlich erscheinen mag.

Sich garauch Personen durch Spiegeleien transpirieren lassen, so dies ebenso gilt bei dinglichen Objekten, wenngleich hierbei sowohl die wollende Persona als auch ihr Widerspiegel am selben Orte verharren, alldieweil das geschritten werdende Objekt am vorher gewollten Dort ist. Es bedarf vielleicht zur vorgeschlagenen Verbesserung ein abgeschlossenes Dort, wegenweil zufälliges Auftauchen von Dingen aus der scheinbaren Luft oft Verstörungen oder schlimmer, DiebEntwendungen nach sich führen könnten und solcherlei Transportitäten das Gegending von in die Sicherheiterey bringen evozieren.

Demgleich hintenanschließend sich die überaus nette Eigenschaft von Spiegeln anbietet mit dem Zusatze, nicht nur sichtbares, sondern auch unsichtbares vorbeischreiten oder verweilend Wollendes erblicken zu dürfen. Dazu ist es nur geboten, den Kopf leicht in Richtung Spiegel beigleichem Einrechnung des Blickwinkels des zu Widerspiegeltuenden zu wenden. Einige Experimentates, dieses unter Wissenden zu verhindern, den Spiegel also täuschenderweise, obgleich unsichtbar, zu übertölpeln, zeigten durchaus Erfolg, wobei anzumerken, daß der genaue Grund mir und der experimentellen Unsichtbaren verborgen bleiben wollte. Eine weiterführende testliche Untersuchung hinsichtlich obiger Klärung und Reaktion und Zeigung mit Illusionen und Scheinbarem schickte sich zur Scheiterung an, grunddessen es niemanden gab, der sich zu Illusionieren bereit erklärte. Da jedoch angenommen werden kann, daß hier weidlich nicht alle Fragen beantwortet werden können, dem geneigten Interessenten weiterfolgende Bände hierfür empfohlen werden (voraussichtlich lesbar unter Fundstabe NOZuT im Großregal zu Wexxel). Nichtsdestoweil einige Ergebnisse anzeigen, daß es sehr wohl gelingt, auch das Spiegelbild von Dingen, alsoauch Personas, im ebenselben Spiegel festzusetzen, aufdaß gewöhnlich spiegelnde Objekte sich dann ratlos zeigen, ihre Aufgabe zu tun. Mit ebendiesen erbeuteten sogenannten Halbechten es dann tatsächlich möglich ist, diese wie in einer Schublade aufzubewahren, mit dem Spiegel hinfortzutransportieren oder aber gar schändlich zu animieren. Kenner werden aufmerken, spricht sich doch hier die Dopplung der Wandler aus Mûr an, welche wichtige Personitäten geruhten zu imitieren und Unruhe damit zu stiften. Wiederum sei aber aufgehorcht, weilwarum die Dopplung durch Wandler der Dopplung durch Verwendung des Spiegelbildes zwei ungleiche Taten sind und die weitere Aufklärung des genauen Unterschiedes auf weitere Bände verschoben werden muß, ob der Ermangelung eines bereitwilligen Exemplars aus Mûr.

Endigen sich die Möglichkeiten der Imagomanterey dadurch tut, daß die hinterliche Fähigkeit, die mittels dieses einen Spiegels festzustellen werden durfte, genannt wird. Es ist nämlich bei unwissenden oder unbeherrschten Personitates möglich, diese innerhalb des Spiegels festzuhalten, damitdaß sie nienicht wieder die Wirklichkeiten erblicken mögen ohne Hilfe Ganzechter Art. Für diese Versperrten gibt sich das Innere des Spiegels, das es eigentlich äußerlich gar nicht gibt, aus deren Berichtereyen als verwirrender Irrgarten von spiegelnden Halbwirklichkeiten in großen Ausmaßen. So scheint es wohldoch eine weitere Realität in den Spiegeltümmlichkeiten der Wandler, vielleicht auch unbeabsichtigterweise zu geben, die noch mit größter Vorsicht zu examinieren sein wird. Überdoch ganzheitlich festgestellt werden muß, daß begleitend zu den Experimentates gewisse schwerlich zu beschreibende Nebeneffekte happenieren mögen, die dem Anwender und Streichler der Verzierungen allzubald schwer notierbar vorkommen. So gilt es also zu bedenken, welche Effekte denn nun jener oder dieser Spiegel hervorzurufen vermag, auchso welche außerhalb der direkten Sichtlinie des Experimentators verliegen tun.

Sollten jedenso noch weitere Spiegelien sich in die Hände des Schreibers begeben wollen, könnte sich weitere Verzierungen und Anwendungen ebenjener Objekte der Endeckung anschicken, die allsogeleich in weiteren Schriftlichkeiten der Ganzwelt mitzuteilen gepflegt wird. Bis anhin sei zum schließlichen Enden hier noch geschrieben, daß in den Dokumentates der erbeuteten Art der Wandler sicherlich noch einige Passagieren vorgekommen sein mögen, die jedoch ob der eigenwilligen Behandlung unleserlich, unexistenzierend oder untranslatierend verblieben sind und jedem gerne zum Anblick gereicht werden, sofern jener Interessent genug Raum mitbringen könne, um die Pergamente vollumfänglich zu behandeln (hinzuwenden zum Fundstabe UGEP im Großregal zu Wexxel).

Finumiente.


Geschrieben von mib; zum letzten mal bearbeitet von seegras am 30 Nov 2002