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Waffentest


Tests für sichere Latexwaffen


Es ist unverantwortlich, eine Auseinandersetzung im Spiel mit einer Schaumstoff-Waffe zu bestreiten, die «nicht sicher» ist. Das Stück muss ersetzt oder repariert werden.

Nichtbeherrschen einer Waffe, stümperhaftes Hantieren kann auch gefährlich sein. Abhilfe: Trainieren, besonders mit Spezialwaffen; (= alle ausser Schwert bis 80 cm Klingenlänge, Schild mit rundum gepolsterter Kante, Axt oder Hammer mit gepolstertem Stiel.)

Schade ist auch, wenn eine teure oder aufwendig gebastelte Latex-Waffe nicht sorgfältig behandelt und gepflegt wird.

Einsatz von pfeilverschiessenden Waffen gegen Personen (auch die sog. LARP-Bolzen oder Pfeile mit den faustgrossen Spitzen) kommt in Tikon nicht vor; Du kannst also einen Bogen "für die Jagd" als Rollenausschmückung mittragen und die unpassende Armbrust zuhause lassen.

Daraus folgt: Wenn Du einen Charakter mit Waffe spielst, sind drei Bedingungen zwingend.

1. Eine Waffe muss so angeschrieben sein, dass deutlich erkennbar ist, wem sie gehört.

2. Jede Waffe ausser Stangenwaffen und Zweihändern muss so getragen werden können, dass Deine Hände frei sind. Jede Klingenwaffe braucht eine Scheide, ein Futteral oder eine Umhüllung .

3. Jede Waffe muss «sicher» sein. Eine momentane Bestätigung für den guten Zustand Deiner Waffe kann Dir ein Abenteuer-Planer in Form eines Waffen-Siegels geben. Damit Du selber immer wieder Deine einsatzfähigen Stücke kontrollieren kannst, sind hier zuerst die vier Punkte beschrieben, wodurch der Verschleiss getestet wird:

ANSCHAUEN und HORCHEN
Sind Holz - oder Metallteile sichtbar? Siehst Du Risse, Beschädigungen, Flickstellen ? Schau genau bei der Parierstange! Auch hinten (Knauf, Pommel) ist ein sauberer Abschluss nötig. Beweg die Waffe ruckartig auf und ab! Hörst Du ein Klappern oder Girren? Dann sind Teile nicht fest "geschmiedet" und können losbrechen.

VERWINDEN
Pack die Klinge mit beiden Händen und prüf, ob sie sich drehen und verwinden lässt. Ist also die Verleimung zwischen Kern und Schaumstoff gut? Hält die Latexschicht satt am Schaumstoff? Ist die Verbindung Klinge - Griff stabil?

AUFKLAFFEN
Drück leicht auf die Schneide-Kanten. Wenn die Schaumstoffschichten unter dem intakten Latex-Überzug aufklaffen, ist die Verleimung schlecht.

SPITZEN-STABILITÄT
Such vorsichtig die wirkliche Spitze des Kernstabs (nicht durch brutales Umbiegen der Schwertspitze!) Eine "Verdickung" sollte fühlbar sein; dann ist eine Verstärkung eingebaut, aus Leder oder einem Stück Schlauch. Das muss inwendig stabil sein, nicht beweglich und schiebbar. Leere Spitzen - also nur Schaumstoff - länger als 3 Zentimeter sind nicht okay.

Bei folgenden Punkten wird ein WaffenTester erkennen, ob die Konstruktion richtig gemacht ist:

POLSTER-DICKE
Messen: Vom Kernstab bis zur Schlagkante müssen mindestens 2 Zentimeter sein, über der Breitseite mindestens 6 Millimeter. Vor der Spitze mindestens 1,5 cm und nicht mehr als 3 cm. = das sind unsere Vorgaben zum Konstruieren!

ELASTIZITÄT
Die Waffe muss exakt geführt werden können. Peitschenschläge und Nachfedern wird nicht toleriert: das bedeutet Aufschneiden und Umbauen.

FESTIGKEIT DES SCHAUMSTOFFS
Eine schwierige Sache ist der Test, ob eine Waffe zu weich oder zu hart ist. Wenn Du das eindeutige Gefühl hast: die Polsterung trägt nicht, man spürt sogleich den Kern, oder die Auftreff-Fläche gibt überhaupt nicht nach (zb weil zuviele Latexschichten draufgeflickt wurden und das Ganze noch wegen Lack oder Silikon hart ist - das kann beim Entlangziehen die Haut aufreissen!) - dann ist die Waffe falsch, mit minderem Material gebaut oder zu alt und muss ausgemustert werden. Schaumstoff mit geschlossenen Poren kann in verschiedener Dicke (6, 8, 10 mm..) ab Rolle gekauft werden. Es gibt eine Masszahl für die Dichte: brauchbar ist zwischen 35 und 44.

GEWICHT
Eine Waffe fast ohne Gewicht verleitet zum Fuchteln und schnellen Fechten: das ist nicht echt! Deshalb ist es ratsam, hinten am Schwertgriff oder Axtstiel Gewicht einzubauen (unsere Bauanleitung zeigt verschiedene Möglichkeiten), was Dir sofort ein besseres Gefühl zum Führen des "Eisen+Stahl-Imitats" gibt. Keinesfalls aber darf Gewicht (also Metalleinlage, Silikonverstärkung usw.) vorne in die Teile eingebaut sein, mit denen der Gegner getroffen werden kann. Denn nur einmal nicht drandenken, den Schwung abzubremsen - und schon gibt's Prellungen oder Knochenbrüche..! Testen ist einfach: der Waffenschwerpunkt muss im Bereich liegen, den ich als Träger fasse.

KERNSTAB oder -PLATTE
Durchgehend ist Kunststoff zu verwenden; da gibt's biegsame PVC oder PPR-Rohre. Starre Vollprofile sind eindeutig zu hart. Am besten sind "GFK" - Glasfiber-verstärkter-Kunststoff-Stäbe. Verboten sind reine Holzkerne oder Bambusstecken - das Zeug kann brechen und splittern!


Geschrieben von habakuk; zum letzten mal bearbeitet von habakuk am 30 Nov 2002