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Der Brief zur freien Oasenstadt Wexxel


Die ve(r)zierliche Ernennung Wexxels zur freien Oasenstadt


In Nomo Tschaanz, in Glôbo Tsuffáhl, im Namen ihrer hochehrwürdigen Entschwundenheit Prinz und Kalif Nathanaël, Beleger des Divans, Flüchtling in Friedenszeit und allweil zurückzuerwartender Bringer der Weisheit über ferne Länder, verleihen wir, unsermeine Weniglichkeit Grossvezier Rereshqala, Schirmherr des Staatsschatzes und vieler anderer wichtiger Sachlichkeiten, Vorsteher des kalifischen Rates der Veziere sowie Träger des allumspannenden Turbans, mit deutlicher Billigung der in Orakeln befragten Akhran und Mananan, der östlichen Perle des Kalifats, der nunmehr von den Schutt und Schotterbergen bereinigten Palme unter Büschen, Sessel unter Schemeleien, leuchtender Punkt im Nebel, kurzum dem heissgeliebten Wexxel, nicht ohne eine gewisse Wehmut angesichts des sich vergrössernden Grabens, den kalifisch ermächtigten Status einer freien Oasenstadt.

Wexxel sei folgedessen ermächtigt, sein Wasser selbst zu trinken und deshalb von der alljährlichen Steuerübermittlung an Tikon weitestgehend befreit. Ferner erhält Wexxel das freie Münzrecht, genauso wie die Oberhoheit über die Gebiete um die Stadt, die sich mit einem beladenen Kamel von Morgengrauen bis zur Dämmerung von den Toren der Stadt aus erreichen lassen. Diese Gebiete fallen gleichenteils unter die Gewalt des Plenarchen wie unter die Gewalt des Fürsten oder seines Repräsentanten. Die Bibliothek zu Wexxel wird ferner ausdrücklich ermächtigt, sich die bewanderste Bibliothek des Kalifats zu nennen.

In hohen Rechtsfragen werden der Plenarch wie der Fürst, eine allfällige Fürstin oder deren Vetreter in gemeinsamer Übereinkunft entscheiden. Das Kalifat behält sich erwiesenermassen vor, bei Uneinigkeit durch einen väterlich weisen Richtspruch der Gerechtigkeit genüge zu tun. Im Speziellen verplichtet sich Wexxel, das weiterhin ein Teil des Kalifats genannt werden darf, Tikon auf Verlangen in Momenten der Gefahr durch tatkräftige Unterstützung zu Hilfe zu eilen. Im Gegenzug sei Tikon geheissen, den friedfertigen Einwohnern Wexxels im Falle einer Gefahr von ausserhalb der reperaturbedürftigen Stadtmauer, aber ganz besonders bei nächtlicher Bedrängung durch unblutetes Gesindel von innerhalb derselbigen welchen von Fall zu Fall nach Gutdünken zu Hilfe zu kommen.

Diese bezeugt unsermeine unterzeichnende Weniglichkeit Grossvezier Rereshqala
Tikon um die Jahreswende 26,27 G.T.

Geschrieben von folini; zum letzten mal bearbeitet von seegras am 30 Nov 2002