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Aus Gesprächen gegossenes Pamphlet aus dem Weinkeller zu Wexxel

Kapitel 30 - Ehrenfels


Im Frühjahr des Jahres 26 GT, also zwischen 31. März und 3. April 1994 auf Burg Ehrenfels in der Nähe von Thusis in der Schweiz. Ein Bericht erlauscht aus Parlavierendem vom damaligen Statthalter Ghilean aus Wexxel und seiner Beraterin Gajiness Sja'Tallonach.


Der erste Tag : Die Ankunft der Helden

Schwergerüstet marschierten die einzelnen Gruppen der Reisenden am Eingang zur Schlucht zu Ehrenfels auf, ohne auch nur im geringsten von den vor ihnen liegenden Aufgaben zu wissen. Sie waren lediglich einem Aufruf Tikons gefolgt, der sie zum letzten Zug gegen das Dæmonentor, das Tikon mit allerlei Kreaturen zu überschwemmen droht, aufrief. So versammelten sie sich zu kleineren Grüppchen und stiessen vor, den Weg bis zur Burg zu ebnen, da dieser bereits teilweise durch Schattengebiete ging. Doch zum Glück blieb dieser Vorstoss ohne nennenswerten Widerstand - lediglich das Wetter liess für die nächsten Tage Böses erahnen - und so kamen die Letzten spät nachts auf der Burg Ehrenfels an, die bis dato nur von dem mystischen "Felsenmagier" bewohnt wurde, und schlugen dort ihr Nachtlager auf. Kurz vor den Helden war bereits ein finsterer Geselle dort eingetroffen, und hatte schon begonnen, seine Finger nach den Vorgängen im Schattenreich auszustrecken und sein Netz zu spinnen: Wolf von Dysterthor. Doch entgegen der düsteren Vorzeichen dieses Tages schloss er mit einem gemeinsamen Mahl, das zwar nicht sehr ausgelassen war - spätestens jetzt wurde dem Letzten klar, was ihm überhaupt bevorstand - aber immerhin einiges zur Lösung betrug, wie die Schattenwesen endgültig aus Tikon und seiner Umgebung zu vertreiben wären.

Der zweite Tag : Die zerbrochenen Tafeln

Vor einiger Zeit gelang es dem Hofmagier von Tikon, Perefor Ziut, die zerbrochenen Tafeln, die bei der Bekämpfung der dunklen Horden von grossem Nutzen sein könnten, in seinen Besitz zu bringen. Doch als er sie in die Sicherheit der Burg Ehrenfels bringen wollte, unterlief ihm bei dem Teleportationszauber ein folgenschwerer Fehler, der ihn schliesslich zu einer völlig anderen Burg brachte. Die Erlangung dieser Tafeln führte nun der Vezier Rereshqala als ersten richtigen Schritt zur Rettung Tikons an, so dass alsbald eine Gruppe von Abenteurern zur besagten Burg aufbrach. Just zu diesem Zeitpunkt tauchte auch noch eine Hälfte des gespaltenen Prinzen Nathanaël auf und stellte ebenfalls eine Gruppe mit dem gleichen Ziel auf, die sich schliesslich an der Burg mit der ersten Gruppe vereinigte. Weil aber dort der rechtmässige Anspruch des Prinzen nicht geklärt werden konnte - es gab schliesslich zwei Hälften - begab man sich wieder auf die Burg Ehrenfels, um diese Angelegenheit dort zu diskutieren. Die Tafeln waren bereits dorthin auf Weisung Nathanaëls unterwegs. Dies nutzte sogleich der Erzmagus, J'Osui al Môrdreddh, aus, und stahl diese, bevor beide Gruppen auf der Burg eintrafen, und schuf sich so wieder eine festere Stellung unter den Magiern Tikons, nachdem sich sein Herrschaftsgebiet, die Stadt Tingen, mit deren Zerstörung in Luft auflöste. Um die gesamte Verwirrung noch zu vergrössern, kündigte wenig später der Schwertträger der/des Prinzen die Ankunft der anderen Hälfte auf Burg Ehrenfels an. Dieser traf während des abendlichen Festmahls dann ein, was dazu führte, dass ein heftiger Streit zwischen den zwei Hälften entbrannte, und jeder den anderen als Hochstapler hinzustellen suchte. Erst die reizende Schwester der/des Prinzen, die Prinzessin Nyala, konnte diesem Streit Einhalt gebieten. Der Rest dieses sehr chaotisch verlaufenden Tages wurde auch weiterhin von einigen Unruhen unterbrochen, so die Magd Thekla, die ein Spottlied auf die Zustände im Reich sang, und lediglich durch den Schiedsspruch des anwesenden Volkes ihre Zunge behielt. Die Wahl der Alptraumritter ging so in diesem Tumult ein wenig unter, bevor sich alle um viele Sorgen reicher zur Ruhe begaben.

Der dritte Tag : Die 5. Expedition in die VersamSchlucht

Um gegen die dunklen Horden bestehen zu können, genügten nicht nur eine starke Hand und ein fester Wille, wie viele Kämpfer am heutigen Tag feststellen mussten. So griff man voll Verzweiflung nach dem rettenden Strohhalm, den die Drachenritter darstellten. Doch dazu benötigte man zuerst die weissen Sphären, aus denen man durch ein Ritual dann diese Ritter beschwören könnte. So kam es zur 5. Expedition in die VersamSchlucht, dem vermutlichen Aufbewahrungsort der weissen Sphären. Sogleich dies herausgefunden war, versammelten sich die mutigen Recken am Eingang zur Schlucht, um diese, in mehreren Gruppen aufgeteilt, zu betreten. Schon bald kam es zu ersten Scharmützeln mit ansässigen Orks und sogar dæmonischen Wesen, die die Helden vor nahezu unlösbare Aufgaben stellten. Lediglich die idyllische Waldlichtung eines Druiden am Boden der Schlucht bewahrte viele vor dem sicheren Tod, denn diese Lichtung konnte dank einem magischen Schutz von den Unholden nicht betreten werden. Nur sehr schleppend und mit grössten Schwierigkeiten konnten schliesslich diesen Wesen einige der Sphären abgetrotzt werden, doch damit war es noch nicht getan. Von den Naïns musste erst noch der Fundort des roten Salzes erfragt werden, das den Ruf hatte, stark antimagisch zu wirken. Das dies nicht ohne viel Geduld zu schaffen war, war von vornherein schon jedem klar, denn um die Naïns ranken sich viele Legenden, unter anderem auch die ihrer fast völligen Ignoranz ihrer Umwelt gegenüber. Aber auch diese Hürde wurde genommen, so dass die ausgelaugten Abenteurer endlich in die Burg zurückkehren konnten. An diesen Abend tauchten dann noch unverhofft die geraubten Tafeln zusammen mit J'Osui auf, wurden aber beide von den Anwesenden übersehen, so dass dieser zufrieden auf seinem eingeschlagenen Kurs weiter agierte und sich mitsamt den Tafeln erneut aus dem Staub machte. Einige kleinere Streitereien bildeten dann den Abschluss dieses ereignisreichen Tages, denn nachdem der Vezier der Prinzessin einige Halbwahrheiten auftischte, bleibt abzuwarten, wie sie reagiert, wenn sie um die tatsächliche Geschehen erfährt. Seiner derzeit turbanlosen Durchlauchtigkeit dürfte dann wohl ein ernsthaftes Streitgespräch bevorstehen. Aber trotz dieser bösen Vorboten stand dank der erbeuteten weissen Sphären das weitere Vorgehen, wie die Dämonenflut einzudämmen wäre, bereits fest, so dass alsbald die Nachtruhe ausgerufen wurde.

Der vierte Tag : Die Drachenritter

Um die Drachenritter aus den weissen Sphären heraus zu beschwören, bedurfte es einem grösseren Ritual und einiger mächtiger Magier, damit dieser Verzweiflungsruf den Rittern überhaupt bewusst wurde. Dieses wurde am Morgen in einer nahegelegenen Burgruine vollzogen, woraufhin neun Ritter erschienen, und versprachen, die Horden aus dem Lande zu vertreiben. Da sie aber noch keine geeigneten Waffen hatten, trugen sie den Abenteurern auf, diese noch zu finden, und verschwanden bis dahin auf Drachenrücken reitend. Dies stellte auch gleichzeitig das Ende dieses Kapitels dar, das mit der Waffensuche für die Ritter und der Beschwörung weiterer Ritter seine Fortsetzung finden wird.


Geschrieben von mib; zum letzten mal bearbeitet von GbO am 30 Nov 2002