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Runenstäbe kommen vor in

Kapitel 50: Ovomaltinos Geschichte


zum Neujahrsfest 30 GT.


Von Seiten Merëus' dem Schreiber und Ovomaltinos dem Wanderer erfährt Ihr Mehr über neuliche Vorgänge in Tikon und einige beschreibenswerte Vorgänge in der Stadt und im Lande. Merëus, der Verwalter aller Stäbe Tikons* möchte Euch zurufen: So Ihr nächstzeitlich die Perle am LiFluss bereisen und Euchselbst die Freude bereiten wollt, schreibend mit Personitäten Begegnung zu suchen oder ordenheischend Abenteuern nachzuspüren, stützet Euch auf den Bericht von Ovomaltinos dem Wanderer. Er betrat vor vier Tagen, also am 1.Oktober des Jahres 30 GT, die Stadt durchs Zipfeltor und setzte sich nach einem Rundgang durchs MittelDrittel in die Schmiedstube. Hier sitzt er seitdem am Tisch der Vier Wünsche und erzählt mir, was er in letzter Zeit beobachtet hat. Ich schreib so gschwind es geht alles auf und will es bestnützlich den andern Durstigen oder sogar einem Oberen in die bakshishreichende Hand geben.** Und dieses berichtet Ovomaltinos: Ich kann nur hoffen, dass sich niemand an mich erinnert. Denn am Fest zur Begrüssung des NeuJahrs habe ich mich jedem Fragenden mit einem anderen Namen präsentiert. Denn häufig war ich durch unachtsames Bewegen Grund fürs Verrutschen von Teppichen, fürs Hinabbröseln wunderbarer Gebäcke und fürs Umkippen von Trinkbechern. Denn es war wegen der vielen Mitfeiernden sehr eng im Roten Akashazelt, und ich drückte mich immer in die Schatten und an die Zeltwand. Es gab viel zum Mithören. Denn viele Berühmtheiten legten sich um die mit Leckereien beladene Tafel und schwatzten munter drauflos. Je munterer der Wein floss und doch keinen sauer machen konnte, umso weniger verrenkten sie sich mit Undeutlichem. Undeutlich im Flackerschein Sichtbare verkündeten mit klaren Worten, was sie sich erträumten.
Fürst Wolf von Dysterthor stellte dem gerne über seinen prunkreichen Bogenpalast, der auf zwei sich überkreuspannenden Brücken schillert, prahlenden hindoch abwesenden HauptMagus Perefor die Forderung entgegen, der Care-Tempel sei endlich in die vorbereitete Geviertgrube darunter zu bauen.
Ghilean aus Wexxel will einen rangformenden Titel zugeeignet wissen. Seine Deklamation schien mir Beginn der angestrebten Entscheide ohne Rückhalt zu sein. Denn die Beachtung durch die Zuhörenden zeigte, wie sich das Verlassen der ausbauwerten Stellung eines blossen Statthalters auswirken mag. Und prompt war da schon ein Stolperstein, an dem sich Geschicke spalten können.
Ich bin nicht schuld, dass der Mus-el-ManenScheich nicht vergiftet worden ist. Denn ich habe ja teilweise die Krüge, denen vom Barden Gift beigemengt worden, umgekippt. Doch TopaSallior trank keineswegs daraus, wie später festgestellt wurde.
Er verschied vielmehr an Überaufregung. Denn er wollte in seiner langen unverfolgten Rede sämtliche verwünschenswerten Ereignisse der letzten Monde auf das Wirken des Regenten Gloozi zurückführen und hat sie sich dank Krächzen, Keuchen und Luftschnappen dadurch selber zugefügt.
Trotzdem gebot Wexxels Oberhaupt, ihm den übereifrigen Täter zur Aburteilung bei seinem nächtlichen Weggang an den Hof mitzuzwingen.
Denn das gibt mir willkommenen Vorwand, in der Stadt darauf zu warten, wie die Mus-el-Manen zu einem neuen Stammesoberhaupt kommen.

* Die in der Schreibstube aufbewahrten Stäbe stammen vom alten Dakimo-Spiel und finden als Zeigestöcke Verwendung, wenn ein Marabut an der Wandzeitung seinen Zuhörern Bilder oder Texte erläutert. Merëus als Schreiber des früheren "Tagblatts für dieTikonStadt" erachtet diesen selbstangeeigneten Titel als unverwechselbar mit dem nichtverwendeten Titel "Stabs-Chef des Rats der Veziere".

Eine Kostprobe seiner Schreibkunst gab Euch hier Meister Habakuk.
Panta rhei. Das letzte Mal am 20. September 1999.

Geschrieben von habakuk; zum letzten mal bearbeitet von seegras am 30 Nov 2002